Jeremy Narby, Die kosmische Schlange

Jeremy Narby ist ein in der eher materialistisch-kognitiven angloamerikanischen Tradition ausgebildeter Ethnologe. Phänomene wie Trancerituale erweckten eher sein Misstrauen. Dann hatte er in einem schamanischen Ayahuasca-Ritual im peruanischen Regenwald eine wichtige Erkenntnis: in der Trancevision sprach eine Doppelschlange zu ihm und er wurde auf die Entsprechung zur Doppelhelix der DNS aufmerksam. Seine Nachforschungen bei Molekularbiologen ergaben, dass in den von Pablo Amaringa gemalten Ayahuasca-Visionen genetische Strukturen abgebildet sind, die die Molekularbiologie nur unterm Elektronenmikroskop sieht. Die Wiedergabe bei Amaringa ist nicht nur ähnlich, sondern gibt diese Gebilde präzise wieder. Wer jetzt neugierig geworden ist, der lese dieses Buch.
Ein kurzer Textauszug:

Sämtliche Zellen auf dieser Erde - ob tierisch, pflanzlich oder bakteriell - enthalten DNS, und sie sind mit Salzwasser gefüllt, wobei die Salzkonzentration die gleiche ist wie in allen Ozeanen. Was wir weinen oder schwitzen, ist im wesentlichen Meerwasser. Die DNS badet in Wasser, das seiner-seits eine entscheidenden Rolle bei der Herausbildung der Form der Doppelhelix spielt. Da die vier DNS-Basen (Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin) nicht wasserlöslich sind, schieben sie sich, wenn sie sich in Paaren zusammenfinden, um die Sprossen der Leiter zu bilden, ins Zentrum des Moleküls und winden sich in Spiralen zusammmen, um den Kontakt mit den umgebenden Wassermolekülen zu vermeiden. Die Form der verschlungenen Leiter ist eine direkte Folge des wässerigen Milieus. Die DNS tritt zusammen mit Wasser auf, genau wie die Schlangen im Mythos (S.100)

Die Aussage der Evolutionslehre, dass sich komplexe Formen aus einfachen entwickelt haben, muss modifiziert werden. Alle lebenden Zellen auf der Erde enthalten dieselbe bis heute unveränderte DNS. Diese hochkomplexe, bis heute bei weitem noch nicht ganz verstandene Struktur ist vom Anfang der Evolution an dabei. Woher kommt sie?
Hardcover, Stuttgart, Klett-Cotta Verlag 2001 (Origi. 1998)