George Spencer-Brown
Dieses Spiel geht nur zu zweit

Ein unglaublich klares und knappes Buch über die weibliche Seite der Dinge vom berühmten Autor der "Laws of Form" - das er als sein Buch über die männliche Seite der Dinge bezeichnet.

Der Verlust der Liebe seines Lebens ist Anlass für dieses Buch. Dass die Familie der Geliebten diese hocherfüllte Verbindung hintertreibt, schärft den Blick des Autors für die wirklichen weiblichen Werte, die unsere Kultur seit langem verloren hat.
Die Dominanz der männlichen Voreingenommenheit führt zur Verwertung von Teilinteressen, die keine Rücksicht darauf nehmen, welchen Schaden sie damit dem Gesamtsystem zufügen.

"In diesem Buch breche ich zwei ungeschriebene Gesetze: ich versuche erstens, etwas Positives zu sagen. Und zweitens spreche ich von meiner eigenen Erfahrung.
Wenn du ein modernes wissenschaftliches Buch liest, sagen wir über Psychologie, würdest du glauben, dass der Autor nicht die geringste eigene Erfahrung besitzt. Ich weiß, dass der Grund, den man für diese seltsame Auslassung angibt, der ist, dass man hinsichtlich seiner eigenen Erfahrungen leicht voreingenommen und daher nicht "objektiv" sein könne. Doch wenn du deinen eigenen Erfahrungen gegenüber nicht aufrichtig sein kannst, wie zur Hölle kannst du dann erwarten, den Erfahrungen anderer gegenüber aufrichtig zu sein? Und wenn du glaubst, du könntest dich bezüglich deiner eigenen Erfahrungen leicht irren, um wieviel leichter könntest du dich dann bezüglich der Erfahrungen anderer irren, von den du - definitionsgemäß - keinerlei Erfahrungen hast?

Was den Punkt betrifft, etwas Positives zu sagen: Wenn du heutzutage an eine Universität gehst, wirst du feststellen, dass dies schlicht und ergreifend nicht getan wird. Warum nicht? Nun, aus einem einzigen Grund: weil es viel einfacher ist, negativ zu sein." (S.14)

"In der Geschichte dieses Planeten ist der Mensch seit den letzten neuntausend Jahren mit wissenschaftlicher Arbeit beschäftigt gewesen. Mit welchem Ergebnis? Er kann Unkrautvernichter herstellen, aber kein Unkraut."

Das verlorene Weibliche und seine eigene Innenschau erst hilft dem Mann wieder ein Mann zu sein, der das Ganze sieht, statt ein "qualifizierter Experte" zu bleiben, "der alles über sehr wenig und sehr wenig über alles weiß".

Eines unserer absoluten Lieblingsbücher mit vielen Gedichten und eigenen Buchempfehlungen des Autors mit ausführlichen Rezensionen.

George Spencer-Brown, Dieses Spiel geht nur zu zweit, Leipzig: Bohmeier Verlag 2013 (engl. Original: Only two can play this game 1971)