Paul Watzlawick
Die Möglichkeit des Andersseins

Zur Technik der therapeutischen Kommunikation

Lässt sich die Wirklichkeit objektiv erfassen und ist der Grad der Wirklichkeits-anpassung eines Menschen daher gleichzeitig auch der Gradmesser seiner Normalität? Diese Ansicht ist unhaltbar. Wir können immmer nur von Bildern der Wirklichkeit und nicht von der Wirklichkeit sprechen. „Nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern die Meinungen, die wir über die Dinge haben.” (Epiktet)
Dieses 1991 erschienene Buch ist mittlerweile ein Klassiker. Es zeigt brilliant Grundlagen und Konsequenzen dieser Sicht für Form und Inhalt des praktischen Tuns im Feld von Beratung und Therapie als systemische Wechselbeziehung zwischen Berater und Klient auf.
Taschenbuch, Verlag Hans Huber, Bern, Stuttgart, Toronto 1991

Heinz von Foerster
Wissen und Gewissen


„Wenn du sehen willst, lerne zu handeln.” Handle stets so, dass sich die Zahl deiner Möglichkeiten vergrößert.” Das ist Heinz von Foerster in Kurzfassung. Die gegenseitige Beeinflussung von Beobachter und beobachteter Welt ist das Hauptanliegen des radikalen Konstruktivismus, der damit noch über Einsteins Relativitätstheorie (wonach Beobachtungen relativ zum Standpunkt des Beobachters sind) und Heisenbergs Unschärferelation (wonach die Beobachtung das Beobachtete beeinflusst) hinausgeht.
In diesem Band dokumentieren viele Aufsätze, wie Heinz von Foerster diese Sicht auf die Probleme der Wahrnehmung, der Kognition, des übrigen Nervensystems, der Sprache, der künstlichen Intelligenz, der Biophysik und vor allem auf den Begriff der Selbstorganisation von Systemen (Autopoiese) ausdehnt. Ein Studiergenuss nicht ohne Humor.
Taschenbuch, Suhrkamp Verlag Frankfurt 1999


Gregory Bateson
Ökologie des Geistes

engl. Steps to an Ecology of mind

Watzlawick fußt wesentlich auf Bateson. Bateson war wie Heinz von Foerster, Warren McCulloch, Norbert Wiener, John von Neumann, Magaret Mead u.v.a. Teilnehmer der interdisziplinären Macy-Konferenzen, die in den 40er Jahren lustvoll die Grundlagen der Kybernetik legten. Bateson ist nicht nur Ideenlieferant der Familientherapie, u.a. Entdecker des "double bind" (Beispiel: Mutter befiehlt dem Sohn: "Sei endlich selbständig!"), sondern darüber hinaus Mitbegründer der ökologischen oder ökosystemischen Sicht der Lebensprozesse. Bei ihm finden sich Aussagen wie:
"Das Lebewesen, das im Kampf gegen seine Umwelt siegt, zerstört sich selbst"; "Wissenschaft beweist niemals etwas"; "Es gibt keine objektive Erfahrung"; "Logik ist ein karges Modell von Ursache und Wirkung" oder "Kausalität wirkt nicht zurück"...
Diese Sammlung von 28 Artikeln Batesons gibt Gelegenheit, zu studieren, in welchen eingefahrenen Denkmustern der Wissenschaft wir uns bewegen und gibt viele Anregungen, neu hinzuschauen.
Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt ab 1981

Gregory Bateson, Geist und Natur
 Eine notwendige Einheit

”Geist ist das Muster, das verbindet.” ”Der Geist enthält keine Dinge, keine Schweine, keine Menschen, keine Geburtshelferkröten oder was auch immer, sondern nur Ideen (d.h.Nachrichten von Unterschieden), Informationen über "Dinge" in Anführungszeichen, und immer in Anführungszeichen. Entsprechend enthält der Geist auch keine Zeit und keinen Raum, sondern nur Ideen von "Zeit" und "Raum". Daraus folgt, dass die Grenzen des Individuums, wenn sie überhaupt real sind, keine räumlichen Grenzen sind, sondern eher so etwas wie die Figuren, die in mengentheoretischen Diagrammen Mengen darstellen, oder die Sprechblasen, die aus den Mündern der Personen in comic strips kommen.”
(S.164)
Taschenbuch, Suhrkamp Verlag Frankfurt ab 1982


Gregory Bateson und Mary Catherine Bateson
Wo Engel zögern

Unterwegs zu einer Epistemologie des Heiligen

"Narren stürmen drauflos, wo Engel zögern". Die Einheit der Natur lässt sich wohl nur durch Metaphern beschreiben, wie sie uns aus der Religion bekannt sind. Das lässt Bateson zögern. Er nennt diese integrative Erfahrungsdimension Das Heilige. Seine Tochter Mary Catherine hat diese hinterlassenen Schriften herausgegeben. Ein Abenteuerweg des Denkens wird fortgesetzt.
Suhrkamp Verlag Frankfurt 1993