Jahresbrief

2009 ein Mineraljahr

Brief zum Ausdrucken Letter for printout

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,·

2008 war ein Jahr des umbruchhaften Wandels, einige sind gegangen, andere sind ge-kommen, Ressourcen werden knapper, die Schere zwischen arm und reich geht drama-tisch weiter auf, Finanzhäuser sind wie hohle Fassaden eingestürzt, Staaten gebärden sich nach innen wie ein Großvater oder eine Großmutter und stecken „Enkeln“ immer wieder was aus der Haushaltskasse zu, sofern diese Enkel nur groß und mächtig genug sind.

Auch bei uns gab es Wandel. Einerseits kommen immer mehr Menschen, um am Platz der Stille Beratung, Supervision und heilsame Rituale in Anspruch zu nehmen, mal durchzu-atmen und sich neu zu orientieren. Anderseits folgten wir Einladungen nach Zürich, Prag und Wien, um auch dort die Arbeit unserer Freunden/innen und ihre Plätze zu unter-stützen. Wir haben 2008 eine erste Auswertung des 5jährigen Projektes „Die Fülle leben in einer Welt des Mangels“ in Form eines Berichtes an die Unnastiftung geschrieben und wir freuen uns, dass das von uns mit initiierte interregionale Netzwerk „Abenteuer Leben“ mit erwachsenen Partner/innen in 5 Ländern als Verein wächst und gedeiht und Jugendlichen auf dem Weg zu ihrer Einzigartigkeit zur Seite steht. So ist auch „Euro“-Englisch mittler-weile unsere zweite Arbeitssprache geworden.

2009 ist ein gutes Jahr, um sich auf Eigenes zu besinnen, was trägt und Kraft gibt, was Selbständigkeit und Selbstverantwortung erhöht. 2009 ist in der Kosmologie der westafri-kanischen Dagara ein Mineraljahr, ein Jahr des Erinnerns an altes Wissen und des Ge-schichtenerzählens im Kreis. Anlass und Chance, eigenen Fähigkeiten und eigenem Wis-sen auf den Grund zu gehen, Beziehung und Austausch zu leben im Sinne des „sei, der du bist“ und sich dabei mit der Kraft der Steine und Felsberge zu verbinden.

Wir freuen uns, wenn wir Euch 2009 am Platz der Stille im Kreis des Geschichtenerzählens begrüßen dürfen.


Platz der Stille
für Coaching, Beratung und Rituale

Wir begleiten Einzelpersonen aller Altersstufen wie auch Kleingruppen in der Arbeit an eigenen Themen. Der Platz mit seinen Schreinen hilft dabei.

Wir widmen dem Gedeihen und der Schönheit unseres Platzes viel Aufmerksamkeit. Tingan heißt in der Kos­mologie der west-afrikanischen Dagarakultur der männliche Aspekt der Erde, der das Leben und den Lebensunterhalt schützt. Der Tinganschrein wurde 2005 eingeweiht. 2008 ist ein Schrein hinzugekommen, der dem weiblichen Aspekt der Erde gewidmet ist. Bei uns heißt er „Schoß des Erinnerns“, bei den Dagara „Timbalo“. Er öffnet Zugänge zum Tiefengrund des Fruchttragens und der Kreativität. Er ist nun bei jedem Wetter nutzbar. Im Inneren wird er ganz mit Lehm ausgekleidet. Wir laden ein, dabei mitzumachen. Wir laden ein, zu seiner festlichen Einweihung im Sommer 2009 zu kommen.


Werkstatt Life skills
Den eigenen Seelencode entschlüsseln
Das innere Bild der Einzigartigkeit zum Leben bringen

Das ist das Basisseminar. In unserer 1991 begonnenen Arbeit zur Lebensaufgabe gehen wir jetzt einen weiteren Schritt mit dem neu-en Prozess „Meine Lebensgeschichte erfinden“: in den kreativen Fluss eines „verrückten Erfinders“ steigen und mit- schwimmen. Es ist für Teilnehmer/innen der Seminare ,Seelencode' bzw. ,Leitbild' und für Jugendliche. Weitere Zugänge zur eigenen Gabe öffnen sich durch den sumerischen Vegetationszyklus, den Bezug zur Erde und das Wissen der Berge. Einzigartigkeit braucht auch Gemeinschaft: Treffen zum Neuen Jahr, Feste zur Einweihung des Timbalo-Erdschreins und zur Präsentation eines Buchs „Der Pfad der Tiere“ werden Gelegenheit geben, unsere Arbeit, Gemeinschaft und den Platz kennenzulernen.


Workshopreihe Navigation im Unentscheidbaren
Wenn Gewohnheit am Ende ist, geh über die Grenzen des Bekannten

Jenseits der Sprache liegen viele unbekannte Reiche voll Wissen und Weisheit. Über die Grenze des Bekannten ins Unbekannte gehen, nach Wissen forschen, es finden und für den Alltag hier nutzen will gelernt und geübt sein. Und es braucht Mut zur Kreativität für diese Grenzgänge.
Wir lieben Märchen, Mythen, Tarot und andere Bilder, Tiere, Tierkarten und Natur, Astrologie, Orakelsysteme, z.B. afrikani-sche Kauri- und Stockdivination wie sie Malidoma Somé in den Westen gebracht hat. Wir spielen seit vielen Jahren mit diesen „Navigationswerkzeugen“ im Unbekannten, sind autorisiert einige zu lehren und geben dieses Wissen gerne in „Schnupperwochenenden“ und auf Anfrage in Trainingszyklen weiter
Workshopreihe Navigation im Entscheidbaren
Die Galaxis im Halsband des Orion
Systemisches Denken und Handeln für Coaching, Beratung, Supervision und zur Lösung von Alltagsproblemen

Der Aufbruch ins Unbekannte beginnt – wie alle Abenteuer - im Kopf. Dieser Trainingszyklus für alle, die in irgendeiner Weise mit Beratung zu tun haben (möchten), beginnt mit gutem „Futter für den Verstand“ und endet mit neuen Sichtweisen von Welt und einem praktischen persönlichen Werkzeugkoffer. Er steht dieses Mal einer Männergruppe offen (3,6 oder 9 Teilnehmer).
Abschluss mit Zertifikat.


Werkstatt Social skills

Gruppendynamik. In offenen und unstrukturierten Prozessen schwimmen und sie mitgestalten lernen.
GD-Trainings als Weg, die eigene Kompetenz hierarchiefreier Kooperation zu entwickeln mit Helga Weule, Lehrtrainerin der ÖGGO. Ein Muss für Gruppen- und Netzwerkbildung. Näheres auf Anfrage.

Kulturballast entsorgen, erleichtert weitergehen
Zu Opfern werden wir vor allem durch Theorien.“(James Hillman) Schuld, Sünde, Standardisierung, Normalität sind Theorien, die unser öffentliches Leben beherrschen, uns klein machen und lähmen. Die­sen Kulturmüll können wir loswerden. Das ist Thema der Pfingstwerkstatt „Trauern, Opfertheorien erkennen, erleichtert weitergehen“ mit dem Ethnologen Manfred Weule.

Kreative Gemeinschaftsrituale. Inspiriert von der Dagara-Tradition, bringen kreative Gemeinschaftsrituale in Handlungen zum Ausdruck, was Heilung braucht. Fülle erfahren als Schönheit und Vertrauen in die Kraft des Rituals, die Großzügigkeit der Erde und das Fangnetz unserer „Überlebenseinheit“. Auf Wunsch können diese Workshops Ausgangspunkt für das Erarbeiten indigener Wege des Heilens werden.

Das 6. Sommertreffen all derer, denen Gemeinschaft und Vielfalt am Herzen liegen, wird im Juli dieses Mal in den Südschweizer Bergen stattfinden. Auch ein festliches Frühjahrstreffen am Wiener Donauschrein wird es geben.