Brief
zum Naturjahr 2013

Brief zum Ausdrucken
Letter for printout

Selbst aufwachen
und andere dabei begleite
n

Im endenden Feuerjahr 2012 haben sich die Widersprüche im Großen, Mittleren und Kleinen sehr verschärft. Widersprüche zwischen "totem Weitermachen wie bisher" und "Lebendigkeit auf den Weg zu bringen versuchen".
Als herausragendes Ereignis im Großen erscheint uns das selbstbewusste Auftreten selbst organisierender Bewegungen vom Typ „Occupy-Bewegung“, die sich nichthierarchisch auf ihre eigene Vision und Ressourcen sowie auf Wachheit, Reflexi­on und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten stützen.

Ägypten erscheint als das Land, in dem sich am auffälligsten ein Prozess des Erwachens vollzieht. Er wurde 2011 von einer Jugendbewegung sichtbar gemacht und im Zentrum der Macht erfolgreich auf die Forderung nach dem Sturz des alten Regimes zugespitzt. Die Tatsache, dass trotz des Einflusses der Befürworter einer theokratischen Ordnung nur 1/3 der Bevölkerung am Referendum über die totalitäre Verfassung teilnahm, zeigt, dass das Aufwachen anhält und als nachhaltiger Prozess seine eigene Zeit braucht. Die Tahrirplatz-Bewegung hatte sich per Internet Beratung geholt bei serbischen Aktivisten, um von deren Erfahrungen beim Sturz des Milosevic-Regimes zu lernen.

Ein wunderbares Beispiel für uns im Westen, der so gern Belehrungen in Sachen Demokratie erteilt und dabei so tief schläft. Banken tun weiter wie bisher, ihre „Analysten“ = Kurzfristgewinnabschätzer sind tagtäglich in den Medien mit ihrem Trommelfeuer von Sprachregelungen des Wachstums und Weitermachens.
Und im Kleinen? Viele schimpfen auf „die Politik“ und klagen über all diejenigen, die Geld beiseite schaffen und den Hals nicht voll genug kriegen können.
In jedem/r von uns? Derselbe Kampf ist in unserem Bewusstsein: auf der einen Seite sind da die Stimmen von Alltagstrance, Gewohnheit und Normalität und raten, nur nichts an der Normen setzenden Kraft des Faktischen zu verändern, nichts zu gefährden und auf Kontostände, Karriere und Familie zu schauen. Und da sind Impulse des Erwachens und raten, die eigene Vision zu formulieren und ihre Umsetzung selbst in die Hand zu nehmen, wie das die Occupy-Bewegungen tun. Elf Projekte dieser Art sind hervorragend beschrieben in Buch und Film „Pfade durch Utopia“ von Isabelle Fremeaux und John Jordan.

In unserem FestSymposium „Alltagstrance und Traumpfade. Ein Fest zur ganzheitlichen Unterwanderung der planetenüblichen Scheinvernunft“ am 31.5./1.6.2013 laden wir Euch ein in einen Raum, in dem vielfältige Ansätze des Auf-den-Weg-Kommens erlebbar und gefeiert werden können. Sie werden gestaltet von Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten. Anlass sind Jubiläen wie 20 Jahre Platz der Stille und 13 Jahre Institut Bewusstseinsstrategien.

Helga und Manfred freuen sich darüber, dass der Jugendmentoren-Verein „Abenteuer Leben“ rund um Paul Rebillots Selbstfindungsprozess „Die Heldenreise“ inzwischen 30 Mitglieder in acht Ländern hat und eine Gruppe von Mitgliedern auf dem Weg ist, selbst die Begleitung dieses Prozesses zu erler­nen. Die Heldenreise ist ebenso ein Prozess des Erwachens wie unsere Leitbildarbeit, die besonders Vision und „Pro­grammatik“ des Helden vertieft.

Ebenso freuen wir uns, dass durch Initiative von Sabrina Schober mit AoC Art-of-Counseling eine quali­fizierte und offiziell aner­kannte Ausbildung zum/r Lebens- und Sozialberater/in ins Leben getreten ist und wir im Institut nunmehr zu dritt sind.

Diese Veränderungen zeigen sich auch im Außen: zwischen 2006 und 2012 führte das Institut sieben Jahre lang TINGAN (der Dagara-Name von Vater Erde) im Namen. Die aktuelle Situation bewegt uns, den Akzent auf Bewusstsein, Wachheit, Erwachen zu set­zen. Als Name tritt Tingan so in den Hintergrund, auf dem Platz der Stille ist er als Schutz, Inspiration und Wunschbaum-Schrein präsent.

Der neue alte Name ist Institut Bewusstseinsstrategien, dieses ist das Dach für zwei Schwerpunkte:

Art of Counseling (verantwortl. Sabrina Schober) zielt auf qualitätsvolle Aus- und Weiterbildung von Bera­tern und Beraterinnen, die den inneren Widerspruchsverlauf zwischen Vision und Alltag auch im Kontext der mittleren und großen Systemwidersprüche bei sich selbst anschauen und andere dabei begleiten können. Eine erste Ausbil­dungsgruppe wird 2013 die Ausbildung abschließen, eine zweite wird im Som­mer beginnen. 2013 wird auch wieder das Training „Die Galaxis im Halsband des Orion. Systemisches Denken und Handeln für Coaching, Bera­tung, Supervision und zur Lösung von Alltagsproblemen“ im Rah­men von AoC wie auch als stand alone-Kurs stattfinden.

Art of Ritual (verantwortl. Manfred Weule) vermittelt Rituale als Gestaltgeber und Wirksammacher von Innova­tion: Entkräftung alter Gewohnheiten und Bekräftigung neuer Wege. Art of Ritual ist die Kunst, mit Ri­tualen Veränderung zu begleiten. Das neue Programm wird im Frühjahr erscheinen.

Wir wünschen Euch ein bewegendes Naturjahr, möge die magische Kraft des Wandels & Wandelns kraftvolle Neubeginne ebenso ermöglichen wie befreiende Beendigungs- & Loslassprozesse.

Jahresmotto: Am Ende wird Alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende ;-)

Helga Weule · Manfred Weule · Sabrina Schober

www.i--cons.eu